CRV und Trefferquote

CRV und Trefferquote – warum beide Werte zusammengehören

CRV und Trefferquote gehören zu den wichtigsten Kennzahlen einer Trading-Strategie. Eine hohe Trefferquote allein bedeutet noch nicht, dass eine Strategie langfristig profitabel ist. Entscheidend ist, wie groß die durchschnittlichen Gewinne im Verhältnis zu den durchschnittlichen Verlusten ausfallen.

Chance-Risiko-Verhältnis Trefferquote Erwartungswert Risikomanagement
CRV und Trefferquote
Chance · Risiko · Trefferquote
Grundlagen

CRV und Trefferquote einfach erklärt

Beide Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen. Erst gemeinsam liefern sie ein sinnvolleres Bild über die Qualität einer Trading-Strategie.

2:1

Was ist das Chance-Risiko-Verhältnis?

Das Chance-Risiko-Verhältnis beschreibt den möglichen Gewinn eines Trades im Verhältnis zum eingegangenen Risiko. Werden beispielsweise 100 € riskiert, um einen möglichen Gewinn von 200 € zu erzielen, beträgt das CRV 2:1 beziehungsweise 2,0.

60 %

Was bedeutet die Trefferquote?

Die Trefferquote zeigt, welcher Anteil aller Trades mit Gewinn beendet wird. Werden von 100 Trades 60 mit Gewinn abgeschlossen, beträgt die Trefferquote 60 %. Über die Höhe der Gewinne und Verluste sagt dieser Wert allein jedoch nichts aus.

Berechnung des CRV
CRV = möglicher Gewinn ÷ eingegangenes Risiko
Rechenbeispiele

Eine hohe Trefferquote ist nicht automatisch gut

Das folgende Beispiel zeigt, warum die Trefferquote niemals isoliert betrachtet werden sollte.

Hohe Trefferquote – negatives Ergebnis

70 % Trefferquote

Gewinntrades 70
Gewinn je Trade 50 €
Gesamtgewinn 3.500 €
Verlusttrades 30
Verlust je Trade 150 €
Gesamtverlust 4.500 €
Ergebnis: −1.000 €
Niedrigere Trefferquote – positives Ergebnis

45 % Trefferquote bei CRV 2:1

Gewinntrades 45
Gewinn je Trade 200 €
Gesamtgewinn 9.000 €
Verlusttrades 55
Verlust je Trade 100 €
Gesamtverlust 5.500 €
Ergebnis: +3.500 €

Wichtig: Die Beispiele sind bewusst vereinfacht. In der Praxis beeinflussen Kommissionen, Spread, Slippage und weitere Handelskosten das tatsächliche Ergebnis.

Break-even

Welches CRV benötigt welche Trefferquote?

Je größer der durchschnittliche Gewinn im Verhältnis zum durchschnittlichen Verlust ist, desto niedriger kann theoretisch die notwendige Trefferquote sein.

Chance-Risiko-Verhältnis Break-even-Trefferquote Einordnung
1:1 50,0 % Jeder zweite Trade muss ungefähr gewinnen.
1,5:1 40,0 % Vier von zehn Trades reichen theoretisch aus.
2:1 33,3 % Ungefähr jeder dritte Trade muss gewinnen.
3:1 25,0 % Ungefähr jeder vierte Trade muss gewinnen.
4:1 20,0 % Ungefähr jeder fünfte Trade muss gewinnen.

Diese Werte stellen den theoretischen Break-even-Punkt vor Handelskosten dar. In der Praxis sollte ein Sicherheitspuffer vorhanden sein.

Interaktiver Rechner

CRV und Trefferquote berechnen

Gib dein durchschnittliches CRV und deine Trefferquote ein. Der Rechner zeigt dir den theoretischen Break-even-Punkt und den Erwartungswert in R pro Trade.

Break-even-Trefferquote 33,3 %
Erwartungswert +0,35 R
Statistische Einordnung Positiv

Hinweis: Der Rechner ist ein vereinfachtes Lernwerkzeug. Er berücksichtigt keine Gebühren, Slippage, unterschiedliche Positionsgrößen oder abweichende Gewinne und Verluste einzelner Trades.

Entscheidende Kennzahl

CRV und Trefferquote bestimmen den Erwartungswert

Für die Beurteilung einer Strategie ist entscheidend, was über eine größere Anzahl von Trades durchschnittlich zu erwarten ist. Genau hier kommen CRV und Trefferquote zusammen.

Vereinfachter Erwartungswert
Erwartungswert = Trefferquote × Gewinn − Verlustquote × Verlust
01

Trefferquote

Wie häufig wird ein Trade durchschnittlich mit Gewinn beendet?

02

Durchschnittlicher Gewinn

Wie groß ist ein typischer Gewinntrade tatsächlich?

03

Durchschnittlicher Verlust

Wie groß fällt ein typischer Verlusttrade tatsächlich aus?

04

Handelskosten

Kommission, Spread und Slippage reduzieren den realisierten Vorteil.

Praxis

Geplantes CRV und tatsächliches CRV

Ein häufig unterschätzter Punkt ist der Unterschied zwischen dem geplanten Chance-Risiko-Verhältnis vor dem Einstieg und dem tatsächlich realisierten Ergebnis.

Ein Trade kann beispielsweise mit einem Stop-Loss von 10 Punkten und einem Gewinnziel von 20 Punkten geplant werden. Das geplante CRV beträgt damit 2:1.

Wird der Trade jedoch regelmäßig schon nach 8 Punkten Gewinn geschlossen, während Verlusttrades die vollen 10 Punkte verlieren, liegt das tatsächlich realisierte CRV deutlich unter 2:1.

Was sollte im Trading-Journal stehen?

✓

Geplantes Risiko

Risiko zum Zeitpunkt des Einstiegs dokumentieren.

✓

Geplantes Ziel

Ursprüngliches Gewinnziel des Trades festhalten.

✓

Realisierter Gewinn oder Verlust

Tatsächliches Ergebnis statt nur das geplante Setup auswerten.

✓

Grund für den Exit

Erkennen, ob Regeln konsequent umgesetzt wurden.

Wichtiger Grundsatz

Ein hohes CRV ist nicht automatisch besser

Ein möglichst großes Gewinnziel klingt attraktiv. Wird es jedoch nur selten erreicht, kann die Trefferquote gleichzeitig deutlich sinken.

01

Marktstruktur beachten

Gewinnziele sollten zu den vorhandenen Hochs, Tiefs, Unterstützungen und Widerständen passen.

02

Volatilität berücksichtigen

Ein unrealistisch weit entferntes Kursziel kann in einer ruhigen Marktphase kaum erreichbar sein.

03

Nicht nur CRV optimieren

Die Kombination aus realisiertem CRV und tatsächlicher Trefferquote ist wichtiger als ein theoretisch hohes Ziel.

Weitere Informationen zum Risiko- und Trade-Management findest du auch bei der CME Group →

Statistik

Warum eine große Anzahl von Trades wichtig ist

Die Ergebnisse weniger Trades besitzen nur eine begrenzte Aussagekraft. Auch eine Strategie mit positivem Erwartungswert kann mehrere Verlusttrades hintereinander produzieren.

Deshalb sollten CRV und Trefferquote über eine ausreichend große Anzahl von Trades ausgewertet werden. Je größer die Datenbasis, desto besser lässt sich beurteilen, ob das beobachtete Ergebnis nur Zufall oder Teil eines stabileren statistischen Musters sein könnte.

✓

Trefferquote auswerten

Wie viele Trades werden tatsächlich profitabel beendet?

✓

Durchschnittliches CRV messen

Nicht nur das geplante, sondern das realisierte Verhältnis betrachten.

✓

Verlustserien untersuchen

Auch Drawdowns und aufeinanderfolgende Verluste gehören zur Statistik.

✓

Trading-Journal führen

Nur dokumentierte Trades lassen sich objektiv auswerten.

Häufige Fragen

CRV und Trefferquote – FAQ

Was ist ein gutes CRV beim Trading?
Ein allgemein gültiges optimales CRV gibt es nicht. Das passende Chance-Risiko-Verhältnis hängt von der Strategie, der Marktstruktur, der Volatilität und der dazugehörigen Trefferquote ab. Entscheidend ist der langfristige Erwartungswert.
Welche Trefferquote braucht man bei einem CRV von 2:1?
Bei einem CRV von 2:1 liegt die theoretische Break-even-Trefferquote ohne Handelskosten bei ungefähr 33,3 %. In der Praxis reduzieren Gebühren, Spread und Slippage das Ergebnis.
Ist eine Trefferquote von 70 % gut?
Nicht zwangsläufig. Eine Trefferquote von 70 % kann trotzdem zu Verlusten führen, wenn die durchschnittlichen Verlusttrades deutlich größer sind als die Gewinntrades.
Ist ein CRV von 3:1 besser als 2:1?
Nicht automatisch. Ein weiter entferntes Gewinnziel kann die Trefferquote reduzieren. CRV und Trefferquote sollten deshalb immer gemeinsam betrachtet werden.
Wie berechnet man die Break-even-Trefferquote?
Bei einem vereinfachten festen CRV lässt sich die Break-even-Trefferquote mit 1 ÷ (1 + CRV) berechnen. Bei CRV 2 ergibt sich beispielsweise 1 ÷ 3 = rund 33,3 %.
Warum ist das tatsächliche CRV wichtiger als das geplante CRV?
Für die reale Performance zählt, welche Gewinne und Verluste tatsächlich realisiert wurden. Werden profitable Trades regelmäßig vor dem geplanten Ziel geschlossen, kann das realisierte CRV deutlich unter dem ursprünglich geplanten Wert liegen.
Fazit

Beim Trading geht es nicht darum, möglichst oft recht zu haben.

Entscheidend ist, wie viel durchschnittlich gewonnen wird, wenn ein Trade funktioniert, und wie viel verloren wird, wenn die Trade-Idee nicht aufgeht. Deshalb sollten CRV und Trefferquote niemals getrennt voneinander beurteilt werden.

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Risikohinweis: Trading mit Futures, CFDs und anderen Finanzinstrumenten ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Die Inhalte auf Traderkanal dienen ausschließlich Informations- und Ausbildungszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine individuelle Handelsempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Vergangene Ergebnisse sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen. Jeder Trader handelt eigenverantwortlich. Ausführlichen Risikohinweis lesen →

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