Gold Future oder CFD: Was ist für Daytrader besser?
Wer Gold aktiv traden möchte, steht früher oder später vor der Frage: Gold Future oder CFD? Beide Instrumente ermöglichen Long- und Short-Trades, unterscheiden sich jedoch deutlich bei Marktstruktur, Preisbildung, Kosten, Margin und Positionsgröße.

Gold Future oder CFD – wo liegen die Unterschiede?
Auf den ersten Blick verfolgen Trader mit beiden Instrumenten dasselbe Ziel: Sie möchten von steigenden oder fallenden Bewegungen des Goldpreises profitieren.
Hinter einem Gold-CFD und einem Gold Future stehen jedoch zwei unterschiedliche Marktstrukturen. Besonders im Daytrading können Spread, Kursstellung, Kontraktgröße, Margin und verfügbare Marktdaten einen erheblichen Unterschied machen.
Wir vergleichen deshalb beide Varianten und zeigen, warum wir für unser eigenes Gold-Daytrading den Micro Gold Future (MGC) bevorzugen.
Was ist ein Gold-CFD und was ist ein Gold Future?
Contract for Difference
CFD steht für Contract for Difference, auf Deutsch Differenzkontrakt.
Beim Gold-CFD kaufen wir kein physisches Gold. Stattdessen handeln wir die Kursbewegung über einen CFD-Anbieter.
CFDs werden auf Margin gehandelt. Dadurch muss nur ein Teil des Positionswertes als Sicherheitsleistung hinterlegt werden. Gleichzeitig erhöht der Hebel auch das Verlustrisiko.
Standardisierter Terminkontrakt
Ein Gold Future ist ein standardisierter Terminkontrakt, der an einer Terminbörse gehandelt wird.
Der klassische Gold Future trägt das Kürzel GC und repräsentiert 100 Feinunzen Gold.
Für private Trader gibt es mit dem Micro Gold Future (MGC) eine deutlich kleinere Variante mit 10 Feinunzen Gold.
Die offiziellen Kontraktspezifikationen des Micro Gold Futures findest du direkt bei der CME Group →
Gold Future und CFD im direkten Vergleich
Beide Instrumente ermöglichen den Handel auf steigende und fallende Goldpreise. Die technische Struktur dahinter unterscheidet sich jedoch.
| Merkmal | Micro Gold Future | Gold-CFD |
|---|---|---|
| Handelsstruktur | Börsengehandelt | Außerbörslich |
| Kontrakt | Standardisiert | Anbieterabhängig |
| Kontraktgröße | 10 Feinunzen | Brokerabhängig |
| Punktwert | 10 USD pro MGC | Brokerabhängig |
| Spread | Angebot und Nachfrage im Markt | Anbieterabhängig |
| Übernachtkosten | Keine klassische CFD-Finanzierungsgebühr | Finanzierungskosten möglich |
| Laufzeit | Feste Kontraktlaufzeit | Häufig keine feste Laufzeit |
| Long & Short | Ja | Ja |
| Hebel | Ja | Ja |
| Kursstellung | Zentraler Futures-Markt | CFD-Anbieter |
Warum die Marktstruktur für Daytrader wichtig ist
Gold-Futures werden an einem zentralen Futures-Markt gehandelt. Käufer und Verkäufer treffen dort im Orderbuch aufeinander.
Dadurch können Trader unter anderem Handelsvolumen, gehandelte Preise, Marktaktivität und Volumenprofile in ihre Analyse einbeziehen.
Bei einem CFD handelt der Trader dagegen das Produkt des jeweiligen CFD-Anbieters. Der Kurs orientiert sich am zugrunde liegenden Markt, die konkrete Kursstellung und der Spread hängen jedoch vom Anbieter ab.
Spread und Kosten: Future oder CFD?
Kosten beim Gold-CFD
- Bid-Ask-Spread
- mögliche Kommissionen
- Finanzierungskosten über Nacht
- mögliche Währungsumrechnungskosten
Die tatsächlichen Kosten hängen vom CFD-Anbieter und vom jeweiligen Kontomodell ab.
Kosten beim Gold Future
- Broker-Kommission
- Börsengebühren
- Clearinggebühren
- Bid-Ask-Spread
Auch beim Futures-Handel sollten immer die tatsächlichen Gesamtkosten eines Trades berücksichtigt werden.
Mehr über die Auswahl eines geeigneten Brokers erfährst du auf unserer Seite Daytrading Broker →
Margin und Hebel richtig verstehen
Sowohl CFDs als auch Futures werden auf Margin gehandelt. Trader müssen deshalb nicht den vollständigen Gegenwert ihrer Position als Kapital hinterlegen.
Genau darin liegt jedoch auch eines der größten Risiken. Der Hebel ermöglicht Positionen, deren Marktwert deutlich größer als das eingesetzte Kapital sein kann.
Zur Berechnung der Positionsgröße kannst du unseren Risk- und Money-Management-Rechner → verwenden.
So berechnet sich das Risiko beim Micro Gold Future
Angenommen, wir eröffnen einen Long-Trade mit einem Micro Gold Future.
Bei zwei MGC-Kontrakten läge das theoretische Risiko entsprechend bei 100 USD – jeweils zuzüglich Gebühren und möglicher Slippage.
Hier können CFDs einen Vorteil besitzen
Ein möglicher Vorteil von CFDs liegt in der flexiblen Positionsgröße. Viele Anbieter ermöglichen sehr kleine Handelsgrößen.
Dadurch lässt sich das Risiko bei kleineren Tradingkonten teilweise feiner dosieren als mit einem Micro Gold Future.
Beim MGC gibt es keine halben Kontrakte. Gehandelt werden beispielsweise 1, 2 oder 3 Kontrakte.
Warum wir den Micro Gold Future bevorzugen
Für unser eigenes Gold-Daytrading möchten wir eine möglichst transparente und klar definierte Marktstruktur. Genau hier sehen wir Vorteile beim Micro Gold Future.
Klare Kontraktstruktur
- standardisierte Kontraktgröße
- klar definierter Tickwert
- klar definierter Punktwert
- zentraler Futures-Markt
- Futures-Volumendaten
Unsere Marktanalyse
- Marktstruktur
- Unterstützungen und Widerstände
- Volumenprofil
- Value Area
- VAH und VAL
- Point of Control
- VWAP
- Volatilität und Wirtschaftsdaten
Wann kann CFD oder Micro Gold Future sinnvoll sein?
Ein Gold-CFD kann interessant sein, wenn …
- sehr kleine Positionsgrößen benötigt werden,
- das Tradingkonto noch relativ klein ist,
- eine besonders flexible Positionsgröße wichtig ist,
- bereits eine geeignete CFD-Plattform genutzt wird.
Der Micro Gold Future kann interessant sein, wenn …
- gezielt Gold gehandelt werden soll,
- standardisierte Kontrakte bevorzugt werden,
- Futures-Marktdaten genutzt werden sollen,
- mit Volumenprofilen gearbeitet wird,
- ein klarer Tick- und Punktwert wichtig ist,
- Erfahrung mit Hebelprodukten vorhanden ist.
Erfahrung
Mehr als 27 Jahre Erfahrung an den Finanzmärkten
Bei Traderkanal betrachten wir Trading nicht anhand einzelner Signale oder kurzfristiger Prognosen. Im Mittelpunkt stehen Marktstruktur, technische Analyse, Risikomanagement und die konsequente Umsetzung eines klaren Handelsplans.
Das Finanzinstrument allein macht keinen Trader erfolgreich
Bei der Diskussion über Gold Future oder CFD wird ein entscheidender Punkt häufig vergessen: Das Finanzinstrument allein entscheidet nicht über langfristigen Tradingerfolg.
Eine Tradingstrategie benötigt klare Regeln für:
- Einstiege und Ausstiege
- Stop-Loss
- Positionsgröße
- Gewinnziele
- Chance-Risiko-Verhältnis
- maximalen Tagesverlust
- konsequente Umsetzung
Mehr dazu findest du in unserem Beitrag Chance-Risiko-Verhältnis und Trefferquote →
Weitere Grundlagen findest du unter Erfolgreich als Daytrader →
Gold Future oder CFD? Entscheidend ist die eigene Strategie
Sowohl Gold-CFDs als auch Gold-Futures ermöglichen es, kurzfristige Bewegungen des Goldpreises zu handeln.
CFDs können insbesondere durch flexible Positionsgrößen interessant sein. Futures bieten dagegen eine standardisierte Kontraktstruktur und einen zentralen börsengehandelten Markt.
Mit dem Micro Gold Future (MGC) steht privaten Tradern eine kleinere Variante des klassischen Gold Futures zur Verfügung. Ein MGC umfasst 10 Feinunzen Gold. Eine Bewegung von 0,1 entspricht 1 USD und ein voller Gold-Punkt 10 USD pro Kontrakt.
Für unsere Art des Gold-Daytradings bevorzugen wir deshalb den Micro Gold Future.
Häufige Fragen zu Gold Futures und CFDs
Was ist der Unterschied zwischen Gold Future und Gold-CFD?
Ein Gold Future ist ein standardisierter, börsengehandelter Terminkontrakt. Ein CFD ist dagegen ein außerbörslicher Differenzkontrakt zwischen Trader und CFD-Anbieter.
Ist ein Gold Future besser als ein CFD?
Nicht grundsätzlich. Futures bieten eine standardisierte Marktstruktur, während CFDs unter anderem durch flexible Positionsgrößen interessant sein können.
Was ist der Micro Gold Future?
Der Micro Gold Future (MGC) ist eine kleinere Variante des klassischen Gold Futures und repräsentiert 10 Feinunzen Gold.
Wie viel ist ein Punkt beim MGC wert?
Ein voller Gold-Punkt entspricht beim Micro Gold Future 10 USD pro Kontrakt. Die minimale Preisbewegung von 0,1 entspricht 1 USD.
Kann man Gold Futures und CFDs short handeln?
Ja. Sowohl Gold Futures als auch Gold-CFDs ermöglichen grundsätzlich Long- und Short-Positionen.
Sind Futures für Anfänger geeignet?
Futures sind gehebelte Finanzinstrumente. Vor dem Handel sollten unter anderem Margin, Kontraktgröße, Tickwert, Orderarten und Risikomanagement verstanden werden.
Gold Trading besser verstehen
Auf Traderkanal findest du weitere praxisnahe Inhalte zu Gold, Marktstruktur, Tradingstrategien und Risikomanagement.
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